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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Bildzauber

Die Benutzung des Abbildes einer lebenden Person, um auf eben diese Person häufig zu deren Nachteil Einfluss zu gewinnen. Die Anwendung eines solchen Analogiezaubers, bei dem man davon ausging, dass sich all das, was mit dem Bild geschah, genauso im realen Leben zutrug, wurde lange Zeit mit den Aktivitäten der Hexen in Verbindung gebracht. Viele vermeintliche Hexen gestanden vor Gericht auch, Puppen mit dem Aussehen ihrer Feinde zu ihren Hexensabbaten mitgenommen zu haben, wo sie vom Teufel getauft worden seien.
Das Bild oder Püppchen war traditionell aus Wachs oder Lehm geformt, doch häufig auch aus Holz geschnitzt oder einfach aus Stoff gemacht. Manche Hexen beteuerten, dass in eine solche Figur gewisse, für den Zauber wirksame Ingredienzien eingearbeitet würden: Erde von einem frischen Grab, zu Asche verbrannte Menschenknochen, schwarze Spinnen und Holundermark. Die übliche Bedingung war, dass das Bild auch etwas von der real existierenden Person enthalten müsse, wenn es in der beabsichtigten Weise wirken sollte. Deshalb fanden sich an solchen Abbildern stets einige Strähnen vom Haar des künftigen Opfers, abgeschnittene Fingernägel, Fäden von Kleidungsstücken, Taschentücher, Speichel, Blut, Schweiss, Tränen, andere Körperflüssigkeiten oder sonstige Dinge, die vom Körper der Zielperson produziert worden oder in engem Kontakt damit gewesen waren. Selbst Erde, die man aus der Mitte eines Fussabdruckes dieser Person nahm, konnte bereits genügen, um die magische Verbindung herzustellen. Um solch übelwollenden Zauberversuchen entgegenzuwirken, waren die Menschen in der Vergangenheit gewissenhaft darauf bedacht, Dinge wie abgeschnittene Fingernägel, Haarlocken und ähnliches zu vernichten, indem sie sie bis auf das letzte Stückchen verbrannten, damit sie nicht in die falschen Hände gelangten. Selbst das für die Körperpflege verwendete Wasser musste sorgfältig entsorgt werden, da es Spuren von der Seele des Menschen trug, der sich darin gewaschen hatte.
War das plastische Abbild der Zielperson fertig, dann wurde es mit Nadeln, Nägeln oder Dornen gespickt oder aber geschmolzen, in Wasser gelegt oder verbrannt, um dem Opfer Schmerz und Pein zuzufügen oder gar dessen Tod zu bewirken. Trieb man einen Nagel durch den Kopf des Bildes, dann wurde die lebende Person wahnsinnig. Stiess man den Nagel ins Herz, dann trat der Tod ein entweder sofort oder nach einer kurzen Zeit von vielleicht neun Tagen. Die Puppe im Boden zu vergraben hiess, dass das Opfer langsam und qualvoll dahinsiechte, so wie auch das Ebenbild allmählich im Boden verging. Eine Verfeinerung dieser Praxis hat man bei Voodoo-Zauberern beobachtet, die dem Opfer die Figur zuschicken, um die betreffende Person durch gesteigerte Angstgefühle weiteren magischen Beeinträchtigungen zugänglich zu machen. Manche behaupten, dass ein Porträt oder eine Fotografie und sogar eine zu einer menschlichen Gestalt geformte und nach dem Opfer benannte Weizengarbe den gleichen Zweck erfülle. Es gibt auch Berichte von Hexen, die als Ersatz für das menschliche Opfer Tiere quälten und töteten.
Die einzige Möglichkeit, sich gegen Bildzauber zu verteidigen, war die, dass das Opfer sein Ebenbild fand und verbrannte oder anderweitig vernichtete, damit die betreffende Hexe ihr Tun aufgab und keinen weiteren Schaden anrichtete. Es gab eine Zeit, da der blosse Besitz eines Wachsbildes oder eines Gegenstandes, der einem solchen Bild ähnelte, ausreichte, um einen Verdächtigen zu überführen und zum Tod am Galgen oder auf dem Scheiterhaufen zu verurteilen.
Typische Zielpersonen für den Bildzauber waren über Jahrhunderte hinweg unerwünschte Rivalen in Liebesangelegenheiten, Gegner in geschäftlichen Dingen und Personen in Macht und Prestigepositionen. Es gab mehrere bemerkenswerte Fälle, bei denen es um die Anwendung böswilligen Bildzaubers gegen Mitglieder der königlichen Familie oder des Adels ging. Elisabeth I. hatte offenbar am meisten darunter zu leiden. Die Entdeckung von drei Wachsbildern in den königlichen Pferdeställen löste 1578 grosse Aufregung aus, denn eines davon war mit dem Namen der Königin versehen. Zwei Jahre später stand Nicholas Johnson aus Woodham Mortimer vor Gericht, weil er ein Wachsbild von der Königin angefertigt hatte. Andere bemerkenswerte Fälle, in die Personen aus den höchsten Kreisen verwickelt gewesen sein sollten, waren der Fall der Eleanor Cobham, der Hexen von North Berwick, der Hexen von Auldearn und der Fall der Elizabeth Woodville. Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die auf dem europäischen Kontinent das vermeintliche Ziel von Bildzaubern waren, gehörten Philipp VI. von Frankreich, der Anklage gegen den Grafen Robert von Artois erhob, sowie Papst Urban VIII. der den Neffen eines seiner Kardinäle hinrichten liess, weil er Nadeln in eine Wachsfigur gestochen hatte.
Die Verwendung von Wachsbildern für Zaubereien lässt sich bis in das alte Ägypten zurückverfolgen. Noch bevor sich das Hexenwesen als solches entwickelt hatte, wurde von einem Fall aus dem Jahre 963 n. Chr. berichtet, in dem eine Witwe und deren Sohn aus Ailesworth, Northamptonshire, angeklagt waren, eine Puppe von Aelsi, dem Vater von Wulfstan, angefertigt und mit Nägeln durchbohrt zu haben. Der Sohn entzog sich seiner Verurteilung und wurde für vogelfrei erklärt, doch die Mutter ertränkte man an der London Bridge. Etwa sechs Jahrhunderte später war der Glaube an die Wirksamkeit von Bildzaubern noch genauso stark. 1594 fand man im Schlafgemach des kränklichen Ferdinand Stanley, Graf von Derby, ein Wachsbild. Das Bild wurde sofort vernichtet, um den Zauber zu brechen, der für den schlechten Gesundheitszustand des Grafen verantwortlich sein musste, doch war es offenbar zu spät, denn der Graf erholte sich nicht wieder und starb sechs Tage später trotz der Bemühungen seiner Arzte und einer weissen Hexe, die man zur Bekämpfung des Zaubers hinzugezogen hatte. Tatsächlich scheint man den Grafen jedoch vergiftet zu haben; jenes Wachsbild wurde wahrscheinlich nur ins Spiel gebracht, um die wahre Ursache für den körperlichen Verfall des Mannes zu verschleiern.
Eine der ausführlichsten Beschreibungen zur Anwendung von Wachsbildern in Bildzaubern lieferte 1612 Mother Demdike, eine der Hexen von Pendle:
Die schnellste Art, einem Menschen durch Hexerei das Leben zu nehmen, ist die, ein Tonbild nach der Gestalt der Person zu machen, die getötet werden soll, und dieses sorgfältig zu trocknen. Und wenn Ihr die Person an einer Stelle mehr als am ganzen übrigen Körper krankmachen wollt, dann nehmt einen Dorn oder eine Nadel und stecht sie in diesen Teil des Bildes hinein, den Ihr damit krank macht. Und wenn Ihr einen Teil des Körpers dahinsiechen lassen wollt, dann nehmt diesen Teil des Bildes und verbrennt ihn. Hierauf wird der Körper sterben.
196o wurde im Keller des Ratsgebäudes in Hereford eine aus dem achtzehnten Jahrhundert stammende Puppe gefunden, an deren Kleid ein Zettel mit dem Namen Mary Ann Wand und folgenden Worten geheftet war: „Ich lege von ganzem Herzen diesen Zauber auf Euch und wünsche, Ihr möget für den Rest Eures Lebens niemals Ruhe finden, noch essen oder schlafen. Ich hoffe, Euer Fleisch wird dahinsiechen, und ich hoffe, Ihr werdet nie mehr einen Penny ausgeben, der eigentlich mir gehört.”
Berichte über die Anwendung von Tonfiguren in Hexenzaubern gab es bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein besonders in Schottland recht häufig, und einzelne Fälle ereigneten sich auch in neuerer Zeit. 1900 verbrannte ein Kritiker des Präsidenten McKinley auf den Stufen der amerikanischen Botschaft in London dessen nadelstarrendes Ebenbild. Während des zweiten Weltkrieges fand man in Gloucestershire eine Puppe in der Uniform eines Offiziers des Frauenhilfscorps der englischen Luftwaffe, in deren einem Auge eine Nadel steckte.
Bildzauber dieser Art richteten sich jedoch nicht immer gegen das Wohl einer Person. Weisse Hexen benutzten solche Bilder für Zaubereien, die sich günstig auf die finanziellen Aussichten, die Gesundheit oder das Liebesleben eines Menschen auswirken sollten. Bildzauber wendete man auch an, um die Fruchtbarkeit zu fördern, und in Abwandlung eines herkömmlichen Exorzismus fertigten auch Priester manchmal Wachsbilder der Dämonen an, die sie austreiben sollten, und warfen sie ins Feuer, während sie dazu passende Bibelverse vortrugen.
Eine ungewöhnliche Veranschaulichung des Bildzaubers ist in der Nähe von Bunbury im sogenannten „Image House” zu sehen. An den Aussenwänden und im Garten des bescheidenen Hauses sind kleine Steinfiguren aufgestellt. Der Sage nach wurde dieses Haus von einem im Ort lebenden Wilddieb gebaut, der einen Wildhüter getötet hatte, dafür verurteilt worden und dann nach achtjähriger Deportation nach Bunbury zurückgekehrt war. Er verfluchte die Steinfigürchen, die die Namen des Richters, der Polizeibeamten, der Zeugen und anderer Personen trugen, die alle mit seiner Verurteilung zu tun hatten, stellte sie rund uni sein Haus aufund wartete darauf, dass der Zauber die gewünschte Wirkung zeige. Über das Schicksal der Personen, gegen die der Wilddieb den Bildzauber gerichtet hatte, ist nichts bekannt.

 

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