| Aristoteles (384-322 vor Christus) |
| Griechischer Philosoph, Schüler Platons, Begründer der abendländischen Logik und der wissenschaftlichen Arbeitsteilung. Vom Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit die grösste wissenschaftliche Autorität Europas. Aristoteles versuchte Mantik und Religion zu trennen. Die Möglichkeit der induktiven Divination lehnte er ab, die intuitive hielt er für ein angeborenes seelisches Vermögen. In der Schrift über Weissagung durch Träume versucht Aristoteles eine naturwissenschaftliche Erklärung des Wahrtraums: Er entwickelt das bedeutsame Konzept, dass die Beschäftigungen des Tages in den Traum eingehen können (bei Freud die Lehre vom Tagesrest), und fährt fort: So müssen ja umgekehrt oft auch die im Schlaf erfolgenden Bewegungen die Ursache sein für die Handlungen des Tages (Scheinpräkognition). Im Hinblick auf die Telepathie, die Aristoteles noch nicht begrifflich fasst, vertrat er die Vorstellung, die Erregung des Schlafenden pflanze sich durch die Luft fort. Wer den Schlafenden kennt, ist um so eher in der Lage, diese sich fortpflanzende Erregung zu perzipieren und korrekt rückzuübersetzen. |
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