| Augenbinde |
| Vor allem von Variétékünstlern bei ihren Auftritten verwendetes Utensil: Mit verbundenen Augen vermag der Vorführende Briefe zu lesen, Gegenstände zu erkennen und ähnliches. Der Trick kann in der Binde selbst liegen (z. B. schwarzer Gummi mit Sehschlitzen in durchsichtiges schwarzes Tuch eingenäht. Einer Kontrollperson wird die Binde undurchsichtig vorkommen, wird sie vor die Augen des angeblichen Hellsehers gespannt, öffnen sich die Sehschlitze) oder Assistenten helfen mit akustischen oder ähnlichen Signalen. Auch bei wissenschaftlichen Experimenten wurde und wird mit Augenbinden gearbeitet. Nach Untersuchungen der S. P. R. (Society of Psychical Research) gibt es, vor allem wenn Hyperästhesie ins Spiel kommt, keine zuverlässige Augenbinde. Schon die alten Magnetiseure operierten mit Augenbinden. Die Versuchsanordnung des bedeutenden Experimentators Charpignon im folgenden Versuch dürfte allerdings gegen optische Wahrnehmung hinreichend abgesichert sein: Ich verklebe einer so begabten Somnambulen die Augen mit mehreren Streifen Heftpflaster und bedecke sie mit einer Binde bis zu den Nüstern, deren Ränder ebenfalls verklebt werden, von den Backen bis zu den Ohren! Nachdem die Spalten, die sich bilden konnten, geglättet worden sind, betrachte ich den Durchgang eines Lichtstrahls für unmöglich. Dann gebe ich der Versuchsperson verschiedene Gegenstände: sie nennt sie sofort, lege Farben vor. Sie erkennt jede, öffne ein Buch: sie liest fliessend. Der Tastsinn ist ganz ausgeschlossen, auch die Sehachse unterbrochen, denn manchmal neigt sie den Kopf und bietet Schläfe oder Stirn. Der Magnetiseur Laurent nahm gar eine Metallmaske ohne Öffnung mit einem Atemluftvorrat von etwa 5 Minuten und stülpte sie der Somnambulen Prudence über: Prudence las Buchstaben und unterschied Gegenstände und Farben. Lafontaine dagegen empfahl, nicht die Versuchsperson zu belasten, sondern den zu erkennenden Gegenstand zu bedecken. |
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