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Beim Handlesen
unterscheidet man die Chirologie und die Chiromantie (Chiromantik). Bei der
Chirologie wird der Charakter eines Menschen aus der Handform und der
Innenhand gedeutet. Bei der Chiromantie wird das Schicksal eines Menschen
aus den Linien der Hand geweissagt: sowohl Ereignisse, die geschehen sind,
wie auch Begebenheiten der Zukunft. Chirologen deuten bei Rechtshändern die
linke Hand als Spiegel angeborener Persönlichkeitsmerkmale, die rechte Hand
gibt Auskunft über erworbene Fähigkeiten. (Bei Linkshändern wird umgekehrt
verfahren.)
Deutungen können über folgende Handlinien vorgenommen werden:
Die Lebenslinie (linea vitae) zeigt die Länge des Lebens an, kündet
Krankheit, Unglück und Unheil an. Ist die Lebenslinie an der Basis dicker
als bei anderen Menschen, erreicht man ein hohes Lebensalter.
Die Schicksalslinie zeigt wichtige Ereignisse im Leben an (Karriere, Tod von
Familienangehörigen, gesellschaftliche Position). Wer eine doppelte
Schicksalslinie hat, darf sich auf eine besonders gute Zukunft freuen.
Die Herzlinie kennzeichnet das Gefühlsleben und den Charakter eines
Menschen. Hat Ihr Gegenüber keine Herzlinie, nichts wie weg: Dieser Mensch
nutzt andere aus, Liebe und Freundschaft sind Fremdwörter für ihn.
Die Kopflinie (Hauptlinie) drückt die geistigen Fähigkeiten und Begabungen
aus. Eine kurze, gerade Kopflinie weist auf gesunden Menschenverstand hin.
Die Glückslinie: Wohlstand, Reichtum, vorteilhafte Geschäfte, Erbschaften
werden angezeigt, aber auch Verluste und Rückschläge. Wessen Glückslinie bei
der Kopflinie beginnt, muss hart arbeiten und schwer sparen, um zu Reichtum
zu kommen.
Die Gesundheitslinie zeigt Krankheiten und körperliche Schwächen an. Wer
keine Gesundheitslinie hat, kann sich freuen: Er ist sein Lebtag gesund und
voll Kraft.
Die Intuitionslinie haben nur wenige Menschen. Ist sie auf beiden Händen
stark ausgeprägt, zeigt sie einen starken sechsten Sinn an.
Die Venuslinie (Venusgürtel) zeigt Unglück, Verlust, Enttäuschung, Sorgen,
Verhängnis an. (Am besten verbirgt man sie unter einem täglich neu
aufgeklebten Heftpflaster.)
Die einzelnen Finger werden – nach alten Vorstellungen – mit den Planeten
verbunden: der Daumen mit der Venus, der Zeigefinger mit dem Jupiter, der
Mittelfinger mit dem Saturn, der Ringfinger mit der Sonne und der kleine
Finger mit dem Merkur. Mars und Mond sind in der Handinnenfläche
repräsentiert. Damit in Verbindung gebracht werden die Handballen (Berge),
zum Beispiel der Jupiterberg unterhalb des Zeigefingers.
Auch die Form der Finger wird in den chirognomischen Deutungen beachtet.
Eine kurze, dicke und fette Hand weist auf die Neigung zu sinnlichen
Vergnügungen hin, spitze Finger deuten auf ein grosses Interesse an allem
Wunderbaren und zeigen auch die Fähigkeit zur Ekstase und zu geistiger
Erhebung an. Lange Finger zeigen Unentschlossenheit an, kurze Finger
Impulsivität und ein energisches Temperament. Haben Sie einen kurzen kleinen
Finger? Dann steht Ihnen ein harter Lebenskampf bevor. Ist auch Ihr
Ringfinger kurz? Dann werden Sie Ihr Hab und Gut in Glücksspielen und
riskanten Spekulationen verlieren. Reicht aber Ihr kleiner Finger dem Ring-
bzw. Goldfinger über das Oberglied, dann bedeutet dies, beständig Glück im
Leben zu haben.
Treffen Sie auf jemanden, der viereckige (für Streitsucht) oder runde (für
Reizbarkeit) Nägel hat oder gar Rillen in den Nägeln (für Neigung zu Haut-
und Geschlechtskrankheiten), sollten Sie sich schnell davon machen, ebenso
wenn Sie bei einer Frau Haare auf dem Handrücken (für Grausamkeit)
entdecken. |